Schloss Branitz

Schlössertour durch die Niederlausitz

von Cottbus über Spremberg nach Bad Muskau ca. 45 km

Wir wohnen im City Hotel Cottbus, nur 7 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Das Haus ist von schönen Bürgerhäusern aus dem frühen 20. Jahrhundert umgeben. Das Hotel wurde Anfang 2013 umfangreich renoviert und rekonstruiert.Ein verschließbarer Schuppen für die Fahrräder ist vorhanden. Abends machen wir einen Spaziergang durch die Stadt und bewundern die schönen Bauten der Innenstadt. Staatstheater oder Stadthalle bieten Kultur vom Feinsten. Bis Spremberg sind es nur ca. 27 km, aber wir brauchen viel Zeit für den Branitzpark. Am Morgen fahren wir über die Eisenbahnbrücke, dann links in Richtung Messezentrum. Von dort geht es rechts auf dem Spreeradweg durch den Spreeauenpark bis zum Branitzpark. Wir fahren im Park herum und besichtigen die Pyramiden. Ein Besuch des Schlosses lohnt sich, schon wegen der Extravaganzen des Fürsten Hermann von Pückler. Im Kavaliershaus kann man sich erst mal stärken. Auf dem Spreeradweg geht es weiter am Madlower Wehr vorbei, an der Kuzeburger Mühle, Richtung Groß Oßnig. Wir erreichen die Talsperre und entscheiden uns für das rechte Seeufer. Der größte Teil der Strecke ist asphaltiert, man muß allerdings auf Schäden durch Wurzeln achten. In Klein Döbbern überlegen wir, ob wir im Hochseilgarten klettern sollen. An bestimmten Sonntagen ist es möglich, ohne Anmeldung zu klettern (www.prima-abenteuer.de). Wir sind nicht so mutig und sehen uns den gegenüberliegenden Skulpturengarten an. Bei Bühlow wechseln wir über die Brücke zum linken Ufer und fahren direkt nach Spremberg. Spremberg ist eine hübsche kleine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, die wir uns auf einem Spaziergang ansehen. Ein Halt in der Eisdiele am Markt ist sehr zu empfehlen. Mit dem Rad kann man auch mal auf der Stadtpromenade rundherum fahren, über und unter Brücken, immer am Wasser entlang. So sehen wir schon den Schwanenteich und das Schloß, das wir morgen besuchen wollen. Es gibt eine Erwin Strittmatter Ausstellung zu Ehren des Autors vieler Romane mit autobiografischem Charakter wie "Der Laden". Wer noch mehr über Strittmatter erfahren möchte, kann nach Bohsdorf zum Laden fahren und eine Runde um den Felixsee drehen, der zum Baden einlädt und ehemals eine Kohlengrube war. Wir wohnen im Hotel Stadt Spremberg, das Teil des City Centers ist. Im Hotel gibt man uns über weitere interessante, thematische Touren um Spremberg gern Auskunft (Schokoladentour, Bergbautour u.v.a.). Man kann getrost eine Nacht länger in der Stadt bleiben, denn es gibt viel zu sehen. Das Hotel ist auf Radfahrer eingestellt und bietet eine sehr gute Küche. Wem abends noch die nötige Bettschwere fehlt, kann bowlen oder in Pantoffeln ins Kino gehen. Das Schloss stammt aus dem 11. Jh., war zunächst eine Turmburg und entwickelte sich später zu einer Vierflügelanlage unter der Regentschaft der Merseburger Herzöge. Ab 10.00 Uhr ist das Heidemuseum im Schloss geöffnet, am Wochenende ab 13.00 Uhr. Land und Leute in der Niederlausitz werden auf eindrucksvolle Weise dargestellt, so auch die durch den Tagebau verschwundenen Dörfer im Lapidarium.
Am nächsten Morgen geht es auf dem Fürst-Pückler-Radweg weiter in Richtung Bad Muskau. Es sind etwa 24 km zurückzulegen. Auf dem Radweg neben der Muskauer Straße geht es am Schloss vorbei bis zu der Eisenbahnschranke, von dort gibt es den Radweg neben der B 156. Der Radweg führt ab Graustein durch die typisch Niederlausitzer ländliche Idylle mit Gutshäusern und kleinen Gutsparks über Schönheide, Lieskau (Schloß, See), Groß Düben (Waldsee), Klein Düben bis nach Bad Muskau. Das Ziel der Reise ist erreicht. Jetzt geht es auf in den Schlosspark, ein riesiger Landschaftsgarten im englischen Stil des 19. Jh., der seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Einmalig schön und weiträumig wurde er von Fürsten Hermann von Pückler angelegt. Über die wiederaufgebaute Doppelbrücke über die Neiße gelangt man auf die polnische Parkseite. Das neue Schloss ist restauriert und erstrahlt in seiner ganzen Pracht. Prächtig ist auch die Ausstellung über das Leben und Werk des Fürsten Hermann von Pückler, die durch Multimediatechnik und originelle Installationen überrascht und total begeistert. Das muss man gesehen haben. Das alte Schloss beherbergt Stadt- und Parkmuseum. Von Bad Muskau aus kann man weitere schöne Touren machen, wenn man auf dem Fürst-Pückler-Radweg weiterfährt, z.B. zum Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau. Ein tolles Gebiet durchquert man auf dem Oder-Neiße-Radweg von Bad Muskau bis nach Görlitz, etwa 55 km ist diese Strecke lang. Görlitz besitzt das schönste historische Stadtzentrum Deutschlands, ca. 3600 Baudenkmäler und ein schönes Jugendstilkaufhaus. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man so nahe dran ist. Mit diesem Ausblick möchte ich meinen Bericht beenden, obwohl es noch viel zu berichten gäbe. Ich wünsche viel Spaß beim Nachfahren.

Autor: Klaus Vock