Bergbautour

Kleine Bergbautour

Tagebau und neue Landschaften in der Niederlausitz ca. 43 km

Spremberg – Schwarze Pumpe – Sabrodt – Bluno – Proschim – Welzow – Haidemühl – Pulsberg – Spremberg

Braunkohletagebau und Energieerzeugung prägen die Niederlausitz bis heute. Bereits im Jahre 1843 wurde in der Grube Julius bei Spremberg Braunkohle gewonnen. Diese Tour bietet nicht nur Technikinteressierten viele Eindrücke. Neben den Informationen über die Braunkohle- und Energiegewinnung wird auch die rekultivierte Landschaft um Spremberg zum Erlebnis.

Im Schloß Spremberg hat das Niederlausitzer Heidemuseum seine Heimat. Vor Beginn der Radtour können wir uns über die Geschichte der Spremberger Region und des Braunkohlebergbaus informieren. Sehr reizvoll zeigt sich die Umgebung des Schlosses mit dem Schwanenteich und dem sich anschließenden Georgenberg (136 m über NN). Wir steigen die Himmelsleiter hinauf und werden für die Mühe mit einem wunderschönen Blick auf die im Tal gelegene Stadt belohnt.

Das Stadtzentrum von Spremberg wurde in den letzten Jahren liebevoll restauriert. Rund um den Marktplatz entstanden neue Bauten, die Lange Straße präsentiert sich als Bummelmeile. Die Kreuzkirche ist das älteste Baudenkmal der Stadt. Interessant ist auch die Auferstehungskirche. Sie wurde um 1200 in Pritzen erbaut, 1988/89 im Zusammenhang mit der Umsiedlung von Pritzen abgetragen und 1992/94 in Spremberg wieder errichtet.

Auf einem straßenbegleitenden Radweg entlang der B 97 geht es von Spremberg nach Schwarze Pumpe. Das Kraftwerk ist eines der modernsten und leistungsfähigsten Braunkohlekraftwerke der Welt und ist ein glänzendes Beispiel für gelungene Industriearchitektur. Im multimedialen Besucherzentrum direkt am Eingang des Unternehmens können wir uns über die Stromerzeugung informieren und eine Kunstausstellung bewundern. Einen herrlichen Rundblick über die Region ermöglicht die 161 m hohe Aussichtsplattform. Es ist ratsam, sich rechtzeitig anzumelden. Wir drehen eine Runde um das Werk und fahren weiter ins sächsische Nachbargebiet und erreichen Sabrodt, ein typisches sorbisches Reihendorf. Wir sehen uns das Ostereiermuseum an und erfahren viel über die sorbische Kultur. Das Bemalen der Ostereier kann man hier unter fachkundiger Anleitung auch selbst einmal probieren. Sabrodt und Bluno werden bald Teil einer Seenlandschaft sein, die die Internationale Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ (IBA) plant. Von Proschim machen wir einen Abstecher nach Welzow (Flugzeugmuseum, Rundflüge) zum Verkehrslandeplatz. In Verbindung mit der neuen Seenlandschaft entsteht hier ein Wasserlandeplatz.

Die Rückfahrt führt über Haidemühl. Die fast 250 Jahre alte Industriegemeinde wird dem nahenden Tagebau Welzow-Süd weichen. Dann werden hier die riesigen Bagger und die Förderbrücke zu sehen sein, die jetzt noch etwas weiter nördlich stehen und von den ausgeschilderten Tagebau-Aussichtspunkten beobachtet werden können. Das Feuerwehrmuseum ist noch zu besichtigen.

Proschim hat sich den ländlichen Charakter bewahrt. Der 1995 revitalisierte Zollhausteich ist mit dem  Rad gut zu erreichen. Die „Alte Mühle“ beherbergt als Museum alles, was einstmals in typischen Bauernstuben zu finden war: eine komplett eingerichtete Küche, ein Schlafzimmer, eine Webstube, Spinnräder und Textilien aus alter Zeit, Werkzeuge, eine alte Getreidewaage. In der warmen Jahreszeit lädt das Mühlencafé zum Verweilen ein. Außerhalb der Saison ist es ratsam, sich anzumelden. Wir fahren weiter durch das Gebiet der Terpschen Brüche und studieren den mit zahlreichen Dokumentationen ausgestatteten Lehrpfad. Wir nähern uns der Hochkippe Pulsberg, eine rekultivierte Tagebaufolgelandschaft. Ein Radweg führt durch wieder aufgeforstetes Gebiet. Neue Landschaften sind hier entstanden, so auch ein Feuchtbiotop. Nach Spremberg fahren wir auf dem Spee-Neiße-Radweg, überqueren die B 97 und fahren in Richtung Spreeufer auf den Spreeradweg zurück.

Wer mehr Zeit hat als ein Wochenende, fährt die gesamte Niederlausitzer Bergbautour mit ca. 450 km.